German Navigation Menu

Acryl- oder Aquarelluntermalung für Ölfarben

Leinwand, vorgeleimt mit Acryl Fluid Matte Medium, dann mit gefärbtem GAC 800, Heavy Gel Matte und High Flow Acrylics übermalt. Ölfarbe wurde auf der rechten Seite mit dem Pinsel aufgetragen, um verschiedene Texturen, Farbdichten und Grade von Oberflächenglanz zu erzielen.

 

Untermalung mit Acrylfarbe

Acrylfarben unter Öl sind nichts Neues. Bereits seit einem halben Jahrhundert verwenden Künstler problemlos Acryl-Gesso, um ihre rohen Leinwände und Platten für die Ölmalerei vorzubereiten. Warum sollte man also nicht noch ein paar zusätzliche Schichten Acrylfarbe auftragen, um ein Design zu schaffen oder Struktur aufzubauen? Acrylfarben bieten eine breite Palette an Konsistenzen, die als Grundierung, zum Tönen eines Untergrunds oder für eine Grisaille-Untermalung verwendet werden können. Anders als Ölfarben, die je nach Pigment unterschiedliche Trockenzeiten haben, trocknet die gesamte Palette an Acrylfarben gleich schnell und eignet sich für die Verwendung in einer Untermalung. Falls Sie Bedenken bezüglich der strukturellen Stabilität von Ölfarben auf Acryl haben: Wir testen seit über 30 Jahren Ölfarben auf wasserbasierten Acrylfarben und haben noch nie Probleme bezüglich der Haftung oder Inkompatibilität festgestellt. Eine detailliertere Auseinandersetzung mit diesem Thema finden Sie in Using Oils with Acrylics. Denken Sie daran, dass Ölfarben auf Acrylfarben verwendet werden können, Acrylfarben jedoch nicht auf Ölfarben. Hier finden Sie außerdem ein paar weitere Dinge, die beim Auftrag von Ölfarben auf Acrylfarben zu beachten sind:

Schützen Sie Malgründe aus Naturfasern vor der Durchdringung mit Öl, indem Sie mindestens 3 Schichten Acryl-Gesso oder 2 Schichten Acrylmedium auftragen. Es ist wichtig, dass Öl daran gehindert wird, in Leinwand, Leinen oder Papier einzudringen, da es zu einem vorzeitigen Verderben der Naturfasern führen kann. Beispiele für Acrylmedien, die für diesen Zweck verwendet werden können, sind GAC 100, Fluid Matte Medium oder Matte Medium, um nur ein paar zu nennen. Holzuntergründe werden durch die Durchdringung mit Öl nicht beschädigt, das Vorleimen reduziert jedoch ihre Absorptionsfähigkeit und sorgt für eine zusätzliche Barriere zwischen dem Holz und den Farbschichten.

Lassen Sie die Acrylschichten vollständig trocknen, bevor Sie sie mit Ölfarben übermalen. Selbst dünne Schichten von Acrylfarbe können bis zu drei Tage benötigen, um vollständig zu trocknen. Wir empfehlen, nach dem Auftrag Ihrer abschließenden Acrylschicht so lange abzuwarten, bevor Sie mit der Ölmalerei beginnen, und noch länger, wenn Sie dicke Schichten aufgetragen haben. Das gilt auch für Acryl-Gesso und Acryl-Vorleimungen.

Verwenden Sie keine weichen oder schwammigen Acrylfarben als Grundierung oder in einer Untermalung. Acrylfarben bleiben unbegrenzt flexibel, während Ölfarben im Laufe der Jahrzehnte immer brüchiger werden. Eine weiche und schwammige Untermalung, insbesondere bei etwas dickerem Auftrag, kann dazu führen, dass Ölfarbschichten rissig werden, falls die Oberfläche jemals gebogen wird. GOLDEN Light Molding Paste und Crackle Paste sind Beispiele für weiche und schwammige Materialien, die aus diesem Grund vermieden werden sollten.

Vermeiden Sie spitze Hochpunkte und Strukturen. Dies bezieht sich auf das oben Erwähnte. Selbst Gels und Pasten, die beim Trocknen ziemlich steif werden, können bei steigenden Temperaturen weich und flexibel werden, wenn sie in Klecksen, spitzen Erhebungen oder Graten aufgetragen werden. Auch dies kann unter Umständen über viele Jahre keine Probleme verursachen, doch letztlich könnten scharfe Konturen knicken und die darüber aufgetragenen Ölfarbschichten beeinträchtigen. Abgesehen von starken Hochpunkten und Graten kann es tatsächlich von Vorteil sein, Strukturen mit Acrylfarben statt mit Ölfarben aufzubauen, da dick aufgetragene Ölfarben sehr lange brauchen können, um vollständig auszuhärten, und in einigen Extremfällen nie vollständig trocknen.

Seien Sie vorsichtig, wenn Sie stark absorbierende Acrylfarben unter Ölfarben verwenden. Einige Acrylfarben sind so konzipiert, dass sie stark absorbierend sind, wie zum Beispiel GOLDEN Absorbent Ground. Diese Materialien können den darauf aufgetragenen Farben ein Übermaß an Öl entziehen, sodass diese dann potenziell nicht ausreichend gebunden sind. Ein wenig Öl, das in die darunter liegenden Schichten eindringt, trägt zu einer guten Haftung bei, wenn Ihren Farbschichten jedoch zu viel Öl entzogen wird, können die Ölfarben matt und bröckelig werden und leichter reißen oder abblättern. Tragen Sie Tünchen aus verdünnten Acrylfarben oder verdünnten Ölfarben auf, um zu einer Reduzierung der Absorptionsfähigkeit beizutragen, damit diese Arten von Oberflächen für den Auftrag von Ölfarben verwendet werden können.

Mehr Schichten – mehr Steifheit. Mehr Steifheit sorgt für einen stabilen Untergrund für Ölfarbschichten, die mit der Zeit fest werden. Das ist besonders dann wichtig, wenn Sie auf flexiblen Untergründen malen. Mehrere Schichten Acrylfarbe (mindestens 4) sollten je nach Produkt und Auftragsstärke für mehr Steifheit sorgen.

Glänzend oder matt? Wir konnten auf beiden eine ausgezeichnete Haftung feststellen, doch in der Regel bieten matte Oberflächen eine bessere Körnung für mehr Haftung in jedem System, ob Öl- oder Acrylfarben. Verwenden Sie nach Möglichkeit matte Acrylfarben oder tragen Sie eine dünne Schicht Fluid Matte Medium auf eine glänzende Acryl-Untermalung auf, um für zusätzliche Körnung zu sorgen.

 

Diese Leinwand wurde mit 4 Schichten rosa gefärbtem Acryl-Gesso vorbereitet, das um die Kanten herum sichtbar ist. Die erste Schicht ist eine Acryl-Untermalung (links), eine Schicht Ölfarbe (Mitte) und eine zweite Schicht Ölfarbe mit mehr Farbe und Ausdruck (rechts).

 

Aquarell-Untermalung

Aquarell-Untermalung mit 2 Schichten Ölfarbe auf Ölpapier. Ölpapier ist vorgeleimt, um eine Durchdringung mit Öl zu verhindern. Aquarell-Untermalung (links), Ölfarbe mit Lösungsmittel verdünnt (Mitte) und eine zusätzliche Schicht Ölfarbe mit zusätzlichem Medium (rechts).

 

Aquarellfarben unter Öl sind heutzutage keine sehr verbreitete Technik, sind aber überraschend effektiv und waren, zumindest im 19. Jahrhundert, bei britischen Malern sehr bekannt (Carlyle, 2001). Wir haben festgestellt, dass Ölfarben, Medium und/oder geruchloses Lösungsbenzin auf die Aquarellfarbe aufgetragen werden können, ohne sie zu reaktivieren, und zwar unabhängig davon, ob sie in den Malgrund eingedrungen ist oder auf einer gänzenden Acryloberfläche getrocknet ist. Wir haben in Aquazol gebundenes QoR sowie mit Gummi Arabicum hergestellte Marken von Mitbewerbern mit demselben positiven Ergebnis getestet. Aquarellfarbe auf Öluntergrund wurde von uns nicht getestet, dies wurde jedoch früher praktiziert, nachdem die Grundierung entglänzt und dann gründlich gereinigt worden war, um eine bessere Durchfeuchtung des Untergrunds zu ermöglichen. Künstler mischten auch Ochsengalle in ihre Aquarellfarben, damit ihre Tünchen keine Tropfen bildeten. Ein Vorteil von Aquarellfarben ist, dass sie auch nach dem Trocknen noch bearbeitet werden können, sodass Künstler eine Untermalung perfektionieren oder zurück bis zu einem hellen weißen Untergrund abwischen können, um die helleren Bereiche einer Komposition zu schaffen. Anders als Acrylfarben benötigen Aquarellfarben nicht mehrere Tage, um vollständig zu trocknen und sich zu verbinden. Sie sollten für die Übermalung bereit sein, nachdem sie vollständig handtrocken sind. Folgende Dinge sollten bei Anwendung dieser Technik beachtet werden:

Der Untergrund muss trotzdem vorgeleimt werden, um eine Durchdringung mit Öl zu verhindern. Die Ausnahme ist Ölpapier, das bereits geleimt und für Ölfarben vorbereitet ist. Die Aquarellfarbschichten zählen nicht als Vorleimung. Bereiten Sie stattdessen den Malgrund so vor, als würden Sie Ölfarben direkt aufgetragen. Im Prinziep entstehen bei solchen Anwendungen Gemälde in Mischtechniken, die Aquarellfarbe, Acrylfarben und Ölfarben mit einschließen. Für den Auftrag der Aquarellfarben kann es von Vorteil sein, wenn die abschließende Schicht der Acrylvorleimung oder der Acrylgrundierung leicht absorbierend ist.

Tragen Sie die Aquarellfarbe nicht dick auf. Das Öl muss durch die Aquarellfarbe dringen und sich mit dem Malgrund oder der Grundierung verbinden können. Ein dicker Auftrag könnte diesen für eine gute Haftung wichtigen Aspekt beeinträchtigen.

Isolieren Sie die Aquarellfarbe nicht mit MSA oder Archival Varnish von den Ölfarben. Wir haben viele Artikel über den Vorteil des Firnissens von Aquarellfarben geschrieben, damit sie ohne Glas ausgestellt werden können. Das ist großartig, für diese Anwendung jedoch nicht zu empfehlen, da Ölfarben auf einer MSA oder Archival Varnish nicht verwendet werden können. Weitere Informationen dazu finden Sie hier: Why Oil Painting Over MSA or Archival Varnish Is Not Recommended.

Möglichkeiten, frei liegende Aquarellfarben zu schützen. Früher isolierten Künstler ihre Aquarellfarben optional mit einer verdünnten Naturharzfirnis oder einer sehr dünnen Schicht eines trocknenden Öls in einer hellen Farbe, die sie mit einem Schwamm auftrugen. Das kann zwar für einen Bereich mit Aquarellfarbe, der nicht übermalt wird, von Vorteil sein, scheint aber für eine Verbesserung der Kompatibilität zwischen Aquarellfarbe und den Ölfarbschichten nicht erforderlich zu sein. Es könnte dem doppelten Zweck der Reduzierung der Absorptionsfähigkeit der Grundierung und der Fixierung der wasserempfindlichen Farbschicht gedient haben. Angesichts dieses historischen Ansatzes könnte es von Vorteil sein, die Aquarell-Untermalung vollständig mit Ölfarben zu übermalen oder die frei liegenden Aquarellbereiche zumindest zu lasieren, um die Aquarellfarbe vor einem potenziellen Ablösen zu schützen. Alternativ kann sie, wenn die Bemalung mit Ölfarben abgeschlossen ist und immer noch Aquarellfarbe freiliegt, nach der entsprechenden Wartezeit gefirnisst werden. Wir empfehlen, Ölfarben vor dem Firnissen 6 Monate bis ein Jahr lang aushärten zu lassen.

Acryl- und Aquarell-Untermalungen sowie Tönungstechniken können die anfänglichen Stadien des Ölmalereiprozesses beschleunigen. Sie sind außerdem großartige Möglichkeiten, ohne Lösungsmittel zu arbeiten und dennoch dünne, tünchenartige, gesättigte Anwendungen zu erhalten, auf denen gearbeitet werden kann. Wir empfehlen Ihnen Tests, damit Sie sehen, wie dies für Ihre Arbeit von Vorteil sein kann und vielleicht sogar Ihre Arbeitsweise insgesamt verändern kann! Wir hoffen, dass Ihnen diese Überlegungen dabei helfen, diese Kombination von Materialien in zukünftigen Gemälden sorgenfrei auszuprobieren. Bitte teilen Sie uns mit, wie es läuft! Wenn Sie Fragen oder Anmerkungen haben, wenden Sie sich bitte an unsere Abteilung für Materialien und Anwendung unter 800-959- 6543 oder help@goldenpaints.com.

 

140-Pfund-Aquarell-Papier, mit Acrylfarbe vorgeleimt und mit Pastel Ground vorbereitet. Pastel Ground sorgt für eine leichte Körnung und Absorption. Grisaille-Untermalung mit schwarzer Aquarellfarbe, gefolgt von einer dünnen Schicht Ölfarbe, um Farbe hineinzubringen.

 

Zusätzliche Literatur:

Just Paint: Using Oils over Acrylics

Just Paint: Why Oil Painting Over MSA or Archival Varnish Is Not Recommended

Oil Over Acrylic Guidelines

Carlyle, Leslie, (2001) The Artists Assistant, Archetype Publications, London

, , , , , , , , , , , ,

No comments yet.

Schreibe einen Kommentar

*

Made by Golden Artist Colors, Inc.

css.php