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Acrylfarbe auf Blattgold

Bild 1: Schlagmetall, beschichtet mit MSA Firnis Gloss, und bemalt mit Fluid Acrylfarben.

Blattgold kann eine wunderbare Ergänzung zu Acrylbildern sein, da es einen Kontrast in Glanz und Reflexion bietet. Wir werden oft gefragt, ob es möglich ist, mit Acrylfarben auf Blattgold zu malen und ob es notwendig ist, das Blattgold vorher zu versiegeln. Kurz gesagt, auf den meisten Imitationsblättern sind Zwischenbeschichtungen vor dem Bemalen mit Acryl erforderlich, um das Anlaufen des Blattgoldes zu reduzieren. Da in allen wässrigen Acrylfarben und –Medien Ammoniak vorhanden ist, was das Anlaufen von kupferbasierten Imitationsgold beschleunigt, empfehlen wir unseren MSA-Firnis oder Archival Firnis mit UVLS als Schutzschicht, bevor Acrylfarben aufgetragen werden. 

Echtes Gold und Imitationen

Echtes 24k Gold besteht nur aus dem Edelmetall Gold und läuft nicht an. So kann es direkt mit Acrylfarben überstrichen werden. Blattgold mit weniger Karat hat unterschiedliche Farbtöne und entstehen durch die Zugabe von Basismetallen im Produktionsprozess. Die häufigsten Legierungsbestandteile sind Kupfer und Silber. Je größer die Zugabe dieser Basismetalle, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Blattgold anläuft. Gold von 23k oder 22k sollte nicht anlaufen, wenn es in Innenräumen für Kunst- oder Dekorationszwecke verwendet wird, es sei denn, es wird viel berührt und gehandhabt. Echtes Gold mit weniger Karat sollte mit einem Klarlack geschützt werden.

Schlagmetall ist eine sehr kostengünstige Alternative zu echtem Gold und somit ein viel verwendetes Material. Goldfarbene Schlagmetalle haben verschiedene Namen, wie z.B. “Dutch”, “Composite” oder “Schlag”, gefolgt von “Metall”,  “Blatt“ (Engl. Leaf), oder „Blattmetall“. Also Dutch Metal oder Dutch Leaf, etc. Diese bestehen aus Kupfer-Zink-Legierungen, wobei die Zusammensetzung speziell gesteuert wird, um Töne zu erzeugen, die dem echten Blattgold sehr ähnlich sind. Ähnlich wie Echtgold werden Schlagmetallblätter in Seidenpapierheftchen verpackt und entweder lose zwischen die Seidenpapiere gelegt oder als Transfer auf speziell behandeltes Seidenpapier gepresst (Bild 2). Schlagmetallblätter sind deutlich dicker als echte Blattgoldblätter und daher handlicher und reißfester.

Bild 2: Schlagmetall auf Transferpapier kann man anfassen, ohne das Blattmetall zu berühren.

Das  Anlaufen von Schlagmetallen

Der große Vorteil von echtem hochkarätigen Blattgoldes ist, dass es nicht anlaufen kann, während Schlagmetall sehr anfällig dafür ist. Während die Oxidation von beispielsweise Kupferskulpturen oft einen ästhetischen Reiz (Patina) hat, zerstört sie eher die Illusion von echtem Gold auf dem Schlagmetall. Oxidiertes Schlagmetall weisen Flecken in verschiedenen Farben auf, die nicht reversibel sind (Bild 3). Die Oxidation wird durch Ammoniak beschleunigt, welches in vielen unserer Produkte zu finden ist, da es Teil der Formlierung für die meisten wasserbasierten Acrylprodukte ist, einschließlich alle unsere Acrylfarben, -medien und Polymerfirnis mit UVLS. Die Anwendung von klaren Acrylmedien neigt dazu, dass das Schlagmetall eine dunklere und orange-stichige Farbe bekommt. Wir haben festgestellt, dass insbesondere der Polymerfirnis eine größere Oxidation auslösen, mit grün-blauen Oxidationsprodukten und auf Schlagmetall sogar rissig wird und abplatzen kann (Bild 4).

Bild 3: Ein Tropfen Leitungswasser direkt auf dem Schlagmetall wurde nach einem Tag sichtbar.

Bild 4: Schlagmetall wurde mit Polymerfirnis Gloss, Gloss Medium, GAC 500 und GAC 200 beschichtet. Alle Beschichtungen führten zu einer Verdunkelung des Metalls mit sichtbaren Streifen in Richtung der Pinselstriche. Polymerfirnis verursachtete die stärkste Oxidation und GAC 200 zeigte die geringste Oxidation.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schutzbeschichtungen

Um zu vermeiden, dass Ammoniak und Wasser mit dem Schlagmetall in Berührung kommen und so Oxidation auslösen, empfehlen wir verdünnten MSA Firnis Gloss mit dem Pinsel aufzutragen, oder genügend Sprühbeschichtungen mit Archival Varnish Gloss (der Aerosolform von MSA Firnis), um eine gleichmäßig glänzende Oberfläche zu erzeugen (Bild 5). In der Regel sind 2-3 Sprühbeschichtungen ausreichend. Dies kann den Anlaufprozess jedoch nur verlangsamen. Da Acryl porig ist, gibt es keine Garantie, dass das Schlagmetall in Zukunft nicht anlaufen wird. Natürlich ist es auch wichtig, das Imitationsblatt nicht mit bloßen Fingern zu berühren, da Bereiche mit Fingerfett drastisch oxidieren können und auch unter einem Lack oder Firnis weiter anlaufen. Nach dem Trocknen der Firnisschicht kann man mit Acrylfarben darüber malen.

Bild 5: MSA Firnis Gloss auf das Imitatblatt aufgetragen, einen Tag lang trocknen lassen und dann mit Fluid Phthalo Green bemalt. Diese Probe wurde erhöhten Temperaturen und Feuchtigkeit ausgesetzt, um die Beständigkeit gegen das Anlaufen zu testen. Nach einer Woche ist die Farbe des Imitationsblattes immer noch hell und makellos.

Weitere Tipps

  • Spezialisierte Blattgoldlieferanten bieten oft sowohl echtes Gold als auch Schlagmetall an und haben oft ihre eigenen Empfehlungen für geeignete Versiegelungen, um ihre spezifischen Produkte vor dem Anlaufen zu schützen.
  • Wenn Schlagmetall während dem Malprozess in ein Gemälde integriert wird, sollten die darunter liegenden Farbschichten vor dem Vergolden gut durchgetrocknet sein, um sicherzustellen, dass alle flüchtigen Bestandteile verdunstet sind.
  • Kontrolle der Luftfeuchtigkeit (Heizkörper im Winter und Entfeuchter/Klimaanlage im Sommer). Hohe Luftfeuchtigkeit beschleunigt die Oxidation von Schlagmetall während der Anwendung.
  • Tragen Sie acrylbasierte Anlegemilch dünn auf und befolgen Sie den Anweisungen des Herstellers.
  • Berühren Sie das Schlagmetall nicht mit bloßen Fingern, da die Fingerabdrücke weiter oxidieren, auch unter einer Versiegelung. Verwenden Sie Transferblätter, die man auf der Rückseite handhaben kann und/oder tragen Sie Baumwoll- oder Latexhandschuhe.
  • Tragen Sie noch am selben Tag eine transparente Schutzschicht auf.

Links

MSA und Archival Firnis sind lösungsmittelbasierte Systeme und erfordern daher angemessene Gesundheits- und Sicherheitsvorkehrungen, die in den Produktinformationen beschrieben sind:

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